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Uillean pipe

Die Uillean Pipe ist einer der kompliziertesten, aber gleichzeitig einer der faszinierendsten Dudelsäcke. Eine gute Lernmethode ist "The new approach to Uillean piping" von H.J. Clarke. Die Uillean Pipe gehört zur grossen Familie der Dudelsäcke, welche zur Gruppe der Oboen gehören. Das heisst, die Ventile sind mit einem Doppelrohrblatt versehen und der Chanter ist kegelförmig, was sie von den Dudelsäcken aus Osteuropa und der hier heimischen zampogna unterscheidet. Sie hat keine lange Tradition, weil sie - im Gegensatz zu den schottischen Dudelsäcken, die seit dem Mittelalter verbreitet sind - erst anfangs des 18. Jahrhundert aufkamen. Sie besteht aus einem kleinen Balg (unter dem rechten Arm), der Luft in einen Sack oder einen Schlauch bläst. Von dort aus geht die Luft zu den Bordunpfeifen und zum Chanter.

Balg

Den Balg hält man unter dem linken Ellbogen. Er gibt dem Instrument auch seinen Namen, denn "Uillean" bedeutet auf Irisch-Gälisch "Ellbogen". Dort, wo das Rohr vom kleinen Balg den Sack erreicht, gibt es ein kleines Ventil, das sich schliesst, wenn man mit dem linken Arm den Schlauch zudrückt, sodass die Luft gezwungen ist, wieder aufzusteigen und in die Bordunpfeifen und in den Chanter verdrängt wird.

Sack oder Schlauch

Geben den Zugang zu den Mundstücken mit doppeltem Rohrblatt. Die besten bestehen aus Ziegenleder: Dort, wo beim Tier der Hals anfing, wird der Chanter befestigt. Die Bordunpfeifen werden hingegen mit den Manschetten am oberen oder hinteren Teil des Schlauchs zusammengehalten. Das Ziegenleder wird auf der Aussenseite mit einem einfarbigen Samtstoff gefüttert, der häufig auch mit dem Tartan des Clans geschmückt wird.

Chanter

Im Chanter wird die Melodie gespielt. Er hat neun Löcher (beim schottischen Dudelsack sind es acht), d.h. acht vorne und eines hinten. Der Chanter der Uillean Pipe hat die meisten Töne unter allen Dudelsäcken: Es ist sogar möglich, zwei chromatische Oktaven zu spielen (mit einem schottischen Dudelsack kann man beispielsweise nur acht Noten spielen).

Manschette

Die Manschetten sind zylinderförmige Rohre, die keine Öffnungen für die Finger haben und deshalb immer den gleichen Ton erzeugen. Sie bestehen aus drei Stücken, deren Höhe regulierbar ist. Dies ermöglicht dem Spieler, die Akkorde zu modulieren. Normalerweise gibt es drei Bordunpfeifen: zwei Tenöre (von denen der längere U-förmig ist) und einen Bass. Dann gibt es drei weitere Bordunpfeifen mit einem Mundstück, die an einem Ende geschlossen sind, die dem Akkord die typische Tonalität geben. Die Besonderheit des Instruments ist, dass die Luft ständig den Rohren, die den Ton erzeugen, zugeführt wird. Es gibt deshalb keine Pausen oder Unterbrüche. Deshalb ist es auch unmöglich, zwei gleiche Noten nacheinander zu spielen. Um dieser Schwierigkeit entgegenzuwirken, werden die Dudelsäcke nicht wie alle anderen Blasinstrumente gespielt, sondern haben sehr kurze Noten (gracenotes), die dazu dienen, die Töne voneinander zu trennen. Die gracenotes werden mit einer eindrücklichen Geschwindigkeit gespielt, so dass ein Laie nicht einmal merkt, dass sie gespielt wurden! Die Töne der Uillean Pipe können ausserdem mit drei Schlüsseln moduliert werden, sind aber auf jeden Fall schwierig zu spielen.

Von Daniele Ercoli

Weitere Informationen: wikipedia.